Briefmarken-Leitfaden
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Frage:
15.06.2017
Habe heute eine Sendung aus Osterholtz-Scharmbeck erhalten, frankiert mit der 145er Sondermarke Lilienthal. Statt eines Stempels, befand sich nun ein aufgeklebter Barcode auf der Markedund ich frag mich, wie die Post uns Sammler noch weiter schaden will.
Antwort:
Die Post ist ein profitorientiertes Unternehmen, für das wir Sammler lediglich Kunden sind. Profitorientiert heißt, möglichst hohe Umsätze zu generieren. Und das gelingt am besten dadurch, dass man alle sich bietenden Möglichkeiten gewissen-, gefühllos und rigoros ausnützt. Das wird, andere Länder haben das schon bewiesen, noch viel schlimmer werden.
Man sollte meinen, daß Sammler nach Jahrzehnten negativer Erfahrungen, daraus gelernt haben. Weit gefehlt: der Glaube, Seltenes vom Fließband erwerben zu können ist ungebrochen - und läßt die Post immer neue Fallen stellen.

Wer das erkennt, ist auf dem Weg zu wirklich erbaulichem Sammeln - sammeln und nicht zusammentragen per Abo.

Frage:
27.05.2017
Sind sie mit den Buch "Qualiteit von Briefmarken" von E.J.F. Delsing vertraut.
Was ist Ihre Meinung zu diesem Buch aus die Reihe Ratgeber fur Briefmarkensammler.
Seit 6 april 2017 keine Fragen und Antworten auf Ihrer Website.
Du bist immer noch hier ?
Antwort:
1. JA, ich bin immer noch da
2. wenn keine Fragen gestellt werden, kommen keine Antworten.

Wobei zu bedenken ist, daß, liest man meine Seiten aufmerksam durch, irgendwann einfach kaum noch Fragen entstehen sollten.

Und 3.: Nein, das Buch kenne ich nicht. Braucht man sicher auch nicht, wenn man den Q1-Gedanken verinnerlicht hat: Beim (Briefmarken)-Sammeln ist das Beste einfach gerade gut genug.
Frage:
06.04.2017
Servus, es sind tolle Hinweise, die Sie da geben (Berlin PA 12 – das wusste ich nicht). Allerdings glaube ich, dass Sie zu sehr das Materielle in den Vordergrund stellen – ich weiss, dass die meisten Sammler Spekulanten waren oder heute noch sind. Dennoch meine ich, dass viele Marken Kunstwerke sind.

Allerdings habe ich auch einen Grundsatz: Marken wurden und werden millionenfach gedruckt. Erst auf einem Brief – mit einem lesbaren Stempel versehen – werden sie zum Unikat.

Ich habe mir auf Delcampe Berliner Marken in ** angesehen, da kann man ab ein paar Cent zuschlagen. Das würde auch das Taschengeld der Jugend nicht strapazieren. Dennoch ist sie schwer zu bewegen, sich mit Marken zu beschäftigen. Vielleicht liegt es an den Vereinen, wo man mitunter hören kann „ich scheiss auf die Jugend“ [in dem Sinne, dass man den Jugendlichen hic & nunc nichts andrehen kann und weil sie bei der Mithilfe bei Ausstellungen nicht eigenständig mobil sind – zumindest bei uns auf dem Land], vielleicht auch daran, dass sich die Erwachsenen nicht mit der Jugend beschäftigen können oder wollen. Die meisten 60plus-Philatelisten sind Computermuffel – da beginnt schon die Crux mit der Verständigung.

Ich selbst habe mit 5 oder 6 Jahren gemeinsam mit meiner Mutter stundenweise Briefmarken abgelöst. Mit 20 war diese Hausse vorbei, und jetzt mit 64 gestalte ich seit drei Jahren Themen mit Hilfe der Philatelie, die mich interessieren [hin und wieder greife ich sogar auf eine Marke aus meiner Jugend zurück]. Darstellen kann man alles, die geistigen Bocksprünge, die ein Betrachter machen muss, kommen nicht immer gut an (auch bei den Philatelisten). Aber es gibt halt auch schlechte Autofahrer J

Wenn Sie die Zeit finden, auf meine Seiten zu blicken, würde mich ein Kommentar freuen…

Mit freundlichen Gruessen

Clemens

http://wirbellose.at/naturphilatelie
Antwort:
Ihr Auftritt gefällt mir, optisch, wie auch inhaltsmäßig. Der Gedanke an "geistige Bocksprünge" aber auch - die gestalterische und inhaltliche Freiheit bleibt darüber hinaus i.ü. unbenommen.

Bei vielen Spezialisierungen, die wohl überwiegend aus langjähriger Beschäftigung mit einer Sache oder Verquickung mehrerer Gebiete entstehen, wird wohl insbesondere persönlicher "Spaß" befriedigt. Legitim, wohl aber eher nur einem kleinen Kreis Wissender erschlossen.

Meine Ausrichtung auf die Philatelie generell scheint irgendwie nicht einfach vermittelbar. Spekulanten versuchen doch, aus kleinem Geld großes zu machen.Billig einkaufen und mit möglichst großem Gewinn wieder veräußern. Millionen Sammler rennen mit dieser Erwartung hinter den betrügerisch manipulierten Katalogbewertungen her. Rattenfänger? Nachdem dieser Traum gegen die Wand gefahren ist, liefern die sogar noch die Ausrede, das "Gesicht nicht zu verlieren": Wir haben doch nur aus Spaß an der Freude gesammelt!

Und was ist daran "materiell", wenn jemand nur allerbeste Qualitäten sammelt, mit guten Preisen honoriert und, logisch, erwartet, diese auch bei einem Verkauf wieder zu ezielen?


Mit dem Argument "kleine Kunstwerke", die sie zweifelsfrei oft sind, wird man die Jugend nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Auch nicht mit billigen Angeboten. Und schon garnicht mit antiquiertem Vereinsleben oder irgendwelchen Themen in Ausstellungsrahmen, die man auch bei bestem Willen nicht so würdigen kann, wie sie es verdient hätten.

Nein, die Philatelie braucht wieder einen gesunden Kern, eine positive Öffentlichkeit. Sie muß Neugierde wecken, muß Visionen erkennen lassen. Vor allem darf sie nicht das Gefühl aufkommen lassen, betrogen zu werden.

Die "Alten", ich gehöre auch dazu, sind die, die die ganzen Manipulationen der Briefmarkenlobby ausbaden müssen. Schränke, oft ganze "Arbeitszimmer" voller wertlosem unveräußerbarem Schrott, der, nicht ganz erst gemeint, mit einem letzten gehässigen Grinsen, der Gattin, die schon immer gegen dieses teure Hobby war, als "Bestrafung" hinterlassen wird.

Aber, geich wie, der Umgang mit Briefmarken ist ein wunderbarer Zeitvertreib: in jungen Jahren, zwischen dem alltäglichen Streß und im Alter!

Grüße aus Freiburg

Günther Köpfer
Frage:
18.03.2017
Was bedeutet u bzw. v bei Briefmarken?
Antwort:
Das ist im jeweiligen "Vor- oder Nachspann" der Spezialkataloge (*) zu den betreffenden Markenausgaben erklärt. Es sind dies Abkürzungen für eine Spezialkatalogisierung, in Ihrem Fall wohl die Gummierung betreffend. x und y andererseits stehen für unterschiedliche Fluoreszenzen und / oder ........

Ich kann nur den Besitz eines Michel-Spezial-Katalogs (Alter bzw. Jahrgang ist egal) empfehlen und dann darin zu "schmökern" - auch nach Dingen, die vielleicht im Moment nicht interessant sind, um das für das Briefmarkensammeln Wichtigste zu bekommen: WISSEN, WISSEN und nochmals WISSEN.

(*) Alle anderen Kataloge sind rausgeschmissenes Geld ohne jegliche für Sammler interessante Informationen - wenn man weiß, daß die "Katalogbewertungen" völlig daneben, völlig irreal sind, den Sammler nur täuschen und helfen, ihn "über den Tisch" zu ziehen.
Frage:
17.02.2017
Frage:
geerbte Sammlungen verkaufen
Antwort:
Luststeigernd ist die Art dieser Fragestellung nicht - und eher zu ignorieren.

Eine gute Sammlung ist überall verkäuflich, eine schlechte überhaupt nicht. Solch unverkäufliche Sammlungen sind oft wahrscheinlich eine späte Rache an den Erben, decken dann nicht mal die Kosten, die durch eine "Weitergabe" entstehen.

Zu welcher Kategorie Ihre geerbte Sammlung gehört, erfahren Sie einfach dadurch, daß Sie sie zwei drei Händlern oder Auktionshäusern zur Beurteilung vorlegen. Wenn Sie von dort "abschlägige" Bewertungen erfahren, ist die beste Lösung, sie zu entsorgen - erspart viel Ärger und kostet nichts.
Frage:
25.01.2017
Hallo,
ich hab deine Seite mal so überflogen. Und da geht es immer über perfekte Stempel und Sammelwerte Briefmarken.
Was ist denn damit, dass man Marken sammelt nur der Marken willen? Ich meine, dass man sich der Marken selbst erfreut? Ohne auf den Wert zu schauen?

Gruß

Johannes

Antwort:
Jeder sammle so, wie er es für richtig hält. Da gibt es keine Vorschriften. Ich habe mich dafür entschieden, Briefmarken und Ganzsachen in höchster Qualität zu sammeln. Das hat den Nachteil, daß es so etwas nicht umsonst gibt - hat aber den Vorteil, daß man beim Verkauf (auch durch Erben!) sein Geld wieder zurückbekommt. Insofern kann man garnicht anders, als von Sammelwert zu sprechen - und dazu gehört,wenn man gestempelt sammelt, auch der möglichst perfekte Stempel.

Briefmarken um der Marken willen zu sammeln, schließt zwar hohe Preise beim Erwerb nicht aus, im Gegenteil, verkäuflich sind solche Sammlungen jedoch nicht. Hunderttausende Sammler mußten das in den letzten Jahren erfahren - und alle hatten so hohe Erwartungen.

Und doch werden weiter ABOs ausgeführt, werden FDC und ETBs und ähnliches gekauft, werden wertvernichtende Vordruckalben und sinnlose Kataloge mit großem Erfolg angeboten. Alles Schrott!

Später vergißt man dann leicht, daß das Erbegnis eigene Schuld ist. Frühes Nachdenken verhindert Enttäuschungen.
Frage:
10.01.2017
Lieber Herr Köpfer,
gestern stieß ich durch Zufall auf ihre tolle Internetseite und bin begeistert.
Endlich ein Sammler, der mir aus dem Herzen spricht und mit wirklicher philatelistischer Freude am Werk ist und dabei in der Lage ist (weitsichtig!) über den Rand seiner Alben zu blicken. Das ist "Philatelie" im Wortsinne.
Ich hatte in der Jugend begeistert gesammelt und erst mit Anfang 40 wieder das Hobby aufgenommen. Als Deutschlandsammler bin ich in meiner Leidenschaft spezialisiert, leider aber zu oft in zu vielen Teilbereichen. Aber egal, es geht um die Passion.
Das Gebiet West-Berlin war da immer eher ein vernachlässigter Nebenbereich.
Ihre Seiten waren sehr inspirierend und daraufhin habe ich meine Berlin- Samlung in Augenschein genommen.
Es ist so, wie Sie es über den gestempelten Bereich sagen. Meine gestempelte Sammlung ab 1960 ist "Schrott" in Ihrem Sinne. Zwar hatte ich schon in der Jugend einem Berlin-Stempel den Vorzug gegeben, aber als Sammler mit schmalem Geldbeutel, reichte mir zur Vervollständigung alles mit Stempel. Daraus ergab sich folgende Verteilung:
Unlesbar/ BRD-Stempel: 60 %
Sonderstempel/ Berlin 12: 36%
Berlin11 - Stempel: der klägliche Rest
Lediglich Heftchenblatt Nr. 20 mit Stempel Berlin 654 - das ist alles.
Ihre Seiten über Berlin sind ein wahrer Augenöffner, wie man sich im philatelistischen Sinne dem Gebiet West-Berlin annähern kann.
Sehr inspirierend und ich denke, dass ich dem nachgehen werde.
Nicht zuletzt interessiert mich als Philatelist die Briefmarke als Gebrauchsgegenstand und nicht als für Sammler produziertes Kunstprodukt.
(Genau aus dem Grunde hatte ich immer ein Bogen um die DDR gemacht, nicht wegen der Staatsideologie)
Herzlichen Dank für Ihre inspirierenden Seiten, weiter so!
Gerwin
Antwort:
Das verlangt nicht nach einer Antwort, das spricht für sich selbst.

Glückwunsch zur Erkenntnis!
Frage:
10.01.2017
Generell herrscht Einigkeit, dass in Berlin verwendete Bund-Marken eine Besonderheiten darstellen. Nicht zu erklären ist das Phänomen der Preissteigerungen bei den "Berlin-Charlottenburg"-Gefälligkeitsabstempelungen, von dem die folgenden "Berlin 12"-VST Stempel nicht betroffen sind. Könnte es sein, dass es Käufer gibt, welche den Gefälligkeitscharakter (und damit die nicht vorhandene Seltenheit) der "Berlin-Charlottenburg"-Stempel nicht kennen?
Antwort:
Fest steht auch, daß Berlin-Charlottenburg-Stempel nicht in dem Umfang abverlangt wurden, wie später die "offziellen" Versandstellen-Stempel "Berlin-12". Bund und Berlin erlebten erst durch die Preisexplosionen ihrer Anfangsjahre den großen Sammlerboom, der dann ab Mitte der 50er-Jahre in diese manipulierte Misere hineinschlidderte. Man befindet sich in einem Dilemma: Versandstelle ja, aber schöne Stempel und durch die vermehrte Nachfrage nach zentrisch gestempelten Marken kein ausreichendes Angebot. Der Gefälligkeitscharakter verliert in den Augen vieler Sammler also (wieder einmal) seine Bedeutung - was aber nicht heißt, daß das folgenlos bleibt: Angebot und Nachfrage regeln den Markt.

Ich halte im übrigen, das habe ich schon mehrfach erwähnt, in Berlin verwendete und gestempelte Bundmarken, besonders von normalen Postämtern zentrisch abgestempelte, für etwas ganz Besonders. Einerseits. Andererseits, wie hoch sind die Stückzahlen von Berlin-Charlottenburg gestempelten Marken bis etwa 1955?
Frage:
28.12.2016
Rechtfertigung der Preise für Stempel "Berlin-Charlottenburg": Auch ich beobachte das Treiben um diese Marken. Unter den Biet-Weltmeistern sind auch etliche Händler, die wohl geschuldet der großen Nachfrage ihre Lager zu diesen Preisen auffüllen. Sie sind seit Jahrzehnten im Geschäft und wollen dann auch noch daran verdienen.
Momentan geht diese Rechnung auf. Sehen Sie sich deren Homepages an.
Vor allem von BRD ab 1950-1953 werden Sie nur vereinzelt geprüfte Top-stücke bekommen. Zentrisch gestempelte "normaler Postämter" sind leichter zu haben.
Die Händler, die diese Marken zu Hauf haben, würde ich gerne kennenlernen.
Suchen Sie mal nach einem zentrisch einheitlichen Heuss Charlottenburg, vielleicht noch Ersttag.
Suchen Sie mal nach Charlottenburg gestempelten Eckrandmarken 143-146
in einwandfreier Qualität.
Grüße
Christian
Antwort:
Das alles zu beobachten und die Auswüchse oder die Absichten dahinter erkennen zu wollen, ist im Grunde eine gewisse Hilflosigkeit oder lustvolle Interpretation. Viel zu viele Unbekannte machen es unmöglich, Entwicklungen vorherzusehen, viel zu viele Deutungsmöglichkeiten, mangelndes Wissen und fehlende "Spielregeln" verhindern, Gott sei Dank, Briefmarkensammeln kalkulierbar zu machen. Das Prinzip Hoffnung bleibt Stilbildent - und wird Veränderungen nur schwer zulassen.

Von einem Einzelereignis ausgehend Trends zu erkennen oder in einen Trend alles eingeschlossen zu sehen, was sich im Einflußbereich befindet, ist wohl genau so falsch, wie es zu mißachten. Und der Versuch, den Preis einer Sammlermarke mit ihrem Wert in Einklang zu bringen ist schon immer gescheitert. Kürzlich meinte ein ebay-Händler: "Irgend einen Preis muß ich ja nennen"

Also: Im Prinzip ja, aber ..... - oder vielleicht doch nicht?
Frage:
27.12.2016
Rund 50 Euro für 4 Berlin-Charlottenburg-VST Eckrandmarken der Bundesrepublik. http://www.ebay.de/itm/391654079493

Gerechtfertigt oder nicht? Schließlich handelt es sich um Gefälligkeitsware aus der Sammler-Abteilung der Post und nicht um die seltenen Abstempelungen bundesrepublikanischer Marken aus Berlin.
Antwort:
Es gibt ein paar "Interessenten" die auf solche Marken wie die Weltmeister bieten. Schon einige Male sind solche Preise zustande gekommen. Dabei weiß doch jeder Sammler, daß alle gestempelten Bundmarken, die über die Versandstelle Berlin bestellt wurden, mit solchen Stempeln entwertet wurden - für den Handel und die Sammler. Ein Händler zeigte mir vor vielen Jahren mal seine "Altersversorgung": Alben, prall gefüllt mit versandstellengestempelten Marken. Man möchte den Bietern auf solche Marken zurufen: Laßt Euch überraschen.
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